Das Bank- und Kapitalmarktrecht ist schwerpunktmäßig mit der Anlageberatung durch Banken und Finanzdienstleister oder mit den Ansprüchen von Kapitalanlegern gegenüber Emittenten von Wertpapieren befasst. Letztere können entstehen, wenn ein Emissionsprospekt fehlerhaft war. Nicht zuletzt rücken Fondsgesellschaften immer häufiger in den Fokus von dem ein oder anderen Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht.

Banken- und Kapitalmarktrecht: Risiken von Anlagen erfassen

Kapitalanleger verstehen oft komplexe Finanzprodukte nur ungenügend. Bankberater und Verkäufer von Finanzdienstleistungen sind daher verpflichtet, über die Risiken von Anlagen umfassend aufzuklären. Das betrifft vielfach diese Anlageformen:

  • Aktien
  • Derivate auf Aktien, Indizes, Rohstoffe und Währungen
  • Futures in den genannten Assetklassen
  • offene und geschlossene Fonds
  • Dachfonds
  • Zinsswaps
  • fondsgebundenen Renten- und Lebensversicherungen
  • komplexe Vermögensverwaltungen

Wenn solche Anlagen ohne ausreichende Beratung an Kunden vermittelt wurden und Verluste entstehen, haften die Verkäufer unter Umständen dafür. Es ist allerdings schwer, eine Falschberatung nachzuweisen. In solchen Fällen müssen sich spezialisierte Anwälte für Banken- und Kapitalmarktrecht mit dem Fall befassen, die selbst imstande sind, die Risiken der betreffenden Anlageform korrekt zu erfassen.

Welche Anforderung herrschen an die Anlageberatung?

Ein Anlageberater hat diverse Pflichten. Zu den wichtigsten gehören:

  • Die Ausbildung muss dem gesetzlich geforderten Standard entsprechen. Die notwendige Qualifikation kann beispielsweise über die IHK erworben werden und ist dort nachzuweisen.
  • Darstellung des Anlageprodukts: Ein Anlageprodukt muss für den Kunden verständlich erklärt werden. Das verlangen die MiFID-Richtlinien der EU. Die zur Verfügung gestellten Informationen müssen umfassend und richtig sein. Der Kunde muss die nötigen Unterlagen zu einer Anlage erhalten (zum Beispiel Emissionsprospekt).
  • Zum Inhalt einer Beratung gehört die umfassende Risikoaufklärung. Es gibt Anlagen, bei denen ein Totalverlust nicht auszuschließen ist. Das muss der Kunde wissen.
  • Bei manchen Anlagen können Folgekosten und Nachschusspflichten entstehen. Damit läge das Risiko über der ursprünglichen Anlage. Die europäische Gesetzgebung tendiert schon seit einigen Jahren dazu, Nachschusspflichten für Privatanleger auszuschließen, mit Stand 2020 gibt es sie aber noch vereinzelt. Experten für Banken- und Kapitalmarktrecht kennen hierzu die Details.
  • Es sind bei jeder Anlage die steuerlichen Auswirkungen auf Gewinne und Verluste korrekt darzustellen. Vielen Privatanlegern ist beispielsweise nicht bewusst, dass ein Anlageverlust nicht in jedem Fall steuerwirksam geltend gemacht werden kann.
  • Ein Anlageberater hat sich an den Kundenwünschen und am Erfahrungshorizont eines Kunden zu orientieren. Er darf keine Produkte empfehlen, die so komplex sind, dass sie der spezielle Kunde nicht verstehen kann.

Wie helfen Experten für Banken- und Kapitalmarktrecht geschädigten Kunden?

Sie prüfen vor allem, ob die Beratung den gesetzlichen Anforderungen entsprochen hat. Diese sind sehr komplex. Wenn Beratungslücken nachzuweisen sind, fordern die Anwälte gegebenenfalls Verluste vom Verkäufer der Anlage zurück und klagen sie nötigenfalls ein. Solche Klagen sind auch immer wieder erfolgreich. Viele Anlageberater vernachlässigen beispielsweise vorsätzlich oder fahrlässig die Dokumentationspflicht bei der Anlageberatung. Grundsätzlich prüfen Anwälte für Banken- und Kapitalmarktrecht jeden Fall im Vorfeld auf seine Erfolgschancen. Selbstverständlich hat nicht immer der Bankberater die Schuld, wenn sich ein Wertpapier nicht wie gewünscht entwickelt. Wenn die Beratung korrekt war, raten die Anwälte von einer Klage ab.